Erst vor wenigen Wochen ersetzte Martin O’Neill den Ex-Sunderland-Trainer Steve Bruce. Jetzt schon glaubt der Verteidiger, Michael Turner, dass O’Neill es schafft, das Team in die obere Hälfte der Premier League zu bringen. Nun es ist ja eine alte Weisheit, dass neue Mühlen besser mahlen. Doch ist es nicht noch ein wenig zu früh, um Lobeshymnen zu singen? Nun, denn immerhin hat das Team unter seiner Weisung schon 13 von 21 möglichen Punkten geholt und am Neujahrstag den Premier League Ersten, Manchester City mit 1:0 besiegt. Dennoch ist es einen Schmunzler wert, wie Michael Turner so anbetungswürdig über den neuen Trainer redet. Seine Trainingsmethoden wären so angenehm, dass die Jungs Feuer und Flamme sind, um jeden Tag auf den Platz zu kommen und zu spielen. O’Neill sei schlau und seine Teamgespräche effizient, sodass jeder Spieler wisse, was er draußen zu tun habe. Der Trainer verhelfe zu einer guten Taktik, um keinen Gegner fürchten zu müssen.
Turner meint, dass die Leistung des Sunderland-Teams gerade einen wahren Schub erlebt, um sich auf die drei Heimspiele vorzubereiten, die am Samstag mit einem Match gegen Swansea auf ihrem Platz beginnen. Der 28-Jährige denkt, sein Team könne, wie Chelsea in den voran gegangen Wochen, auf sich und die drei Heimspiele vertrauen. Sunderland liegt im Moment auf dem 12. Platz der Tabelle. Immerhin zeigen sich die derzeit guten Leistungen bereits in den Ergebnissen als positiv, was sich durchaus noch steigern ließe, zumindest sieht es Turner so. Das Sunderland-Team hatte die obere Hälfte der Premier League zum Ziel, was sich aber bisher noch nicht realisieren ließ. Jedoch seit der neue Trainer das Zepter schwingt, gibt es offensichtlich und in Anbetracht dieser Platzierung einen massiven Aufwind in den Köpfen der Spieler, was sich hoffentlich in den nächsten Spielen in den Beinen zeigen wird.
Bereits vergangene Woche wurde Suárez zu einer Disziplinarstrafe von der FA zu umgerechnet etwa 24.000 Euro verurteilt plus einer Sperre für ein Spiel. Er hatte beim Meisterschaftsspiel am 5. Dezember den Fans der Gegner einen „Stinkefinger“ gezeigt. Nun hat er wohl noch einen draufgesetzt, was erst einmal vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wurde. Dalglish, der Trainer, ist offensichtlich nicht sehr „amused“ und versucht nun zu retten, was noch zu retten ist. Denn der Uruguayer Suárez scheint von der feinen englischen Art wohl noch nie etwas mitbekommen zu haben, als er den aus Senegal stammenden, französischen ManU-Kicker Patrice Evra am 15. Oktober mit rassistischen Worten beleidigte.
Der Liverpooler Klub und auch Dalglish hat, zwar widerwillig, die rund 48.000 Euro Geldstrafe und eine Sperre von 8 Spielen akzeptiert, weil die Aussage des Stürmers wohl nicht sehr glaubwürdig ankam. So durfte der 24-Jährige schon beim Match gegen Manchester City am Dienstagabend nur zugucken. Der Klub samt Trainer hat wohl nun Zugeständnisse gemacht, was sich in den Statements bestätigte, die Dalglish und Suárez letzte Nacht abgaben. Der Klub könne es sich mehr leisten ein noch größeres Loch zu graben, obwohl es noch eine Menge Dinge gäbe, die sie loswerden bzw. sagen wollten, aber keine weiteren Schwierigkeiten heraufbeschwören möchten.
Suárez gibt sich ziemlich geknickt, weil wohl alle wissen, was vorgefallen ist, aber nicht in der 115-seitigen Erklärung stehe, dies allein sei für sie wichtig. So hält er seine Unschuldsbeteuerung aufrecht und gibt zu, dass er die beiden letzten Monate machtlos dastand und nichts tun konnte, um die Anschuldigungen zu entkräften. Er wiederholte mehrmals, er habe niemals ein Rassenproblem, weder mit einem Teamkollegen noch mit irgendjemand anderem gehabt. Er wäre nun enttäuscht über Redereien, die ihm während der letzten paar Wochen zu Ohren kamen, die jedoch weit entfernt jeder Wahrheit wären. Mit Resignation scheint Louis Suárez die Suspendierung hinzunehmen, jedoch nicht ohne zu betonen, dass er nichts Falsches getan habe und nun von den Geschehnissen sehr erschüttert sei.