Die beste Liga der Welt – auf Pump?

Die Premier League in England wurde in den letzten zehn Jahren zurecht als „beste Liga der Welt bezeichnet“ und belegt in der UEFA – 5 Jahreswertung verdientermaßen den ersten Platz. Doch mit Blick auf die finanzielle Entwicklung der Klubs könnte sich das letzte Jahrzehnt als Handel mit Zitronen erweisen.

Die Klubs der Premier League erzielen seit geraumer Zeit mehr Ausgaben als Einnahmen und verschulden sich zusehends. Obwohl die Fernsehgelder und Einnahmen in den letzten Jahren ebenfalls Rekordniveau erreicht haben, verbrennt die Liga weiterhin Geld. Auch wenn es schwer ist, aktuelle Zahlen zu erfassen machen die Vereinsberichte aus dem Geschäftsjahr 2009/2010 die bedenkliche Entwicklung deutlich: 20 Vereine erwirtschafteten einen Verlust von knapp einer halben Milliarden Euro. Hauptkostenträger der finanziellen Last sind dabei Transfers und Spielergehälter. Insgesamt belaufen sich die Schulden der Premier League auf mittlerweile rund 2,5 Milliarden Pfund. Die Verantwortung für die Schulden übernehmen in der Regel die Klubeigentümer, von denen das Wohl des Vereins abhängig ist.

Ob das von der UEFA geplante Verfahren des Financial Fair Play die gegenwärtigen Entwicklungen stoppen kann scheint fraglich. Ursprünglich sollte dies ab der Saison 2013/2014 gelten und zur Folge haben, dass Vereine nicht mehr Ausgeben dürfen als sie einnehmen. Da das Inkrafttreten nun aber schon auf 2015 verlegt wurde und angenommen wird, dass die Vereine dadurch ihre Schulden nur umstrukturieren oder umlagern, darf eine effiziente Wirkung für die Zukunft in Frage gestellt werden. Fest steht jedoch, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Entwicklungen der letzten Jahre, nicht nur in England, abzufangen und diesen entgegenzuwirken.

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